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Texte über Monika Lederbauer

Verschlungene Karrierewege Anna Maria SCHWENDINGER DiePresse

MUT zur VERÄNDERUNG / Karriere DiePresse.com - 9./10. Juni 2012

"Es muss sich etwas ändern" - das war für Monika Lederbauer nach einem schweren Kutschenunfall 1997 klar. Damals hat sie mit viel Glück überlebt. Mit 22 Jahren hatte sie im Fach Medizin bereits promoviert, eine kardiologische Fachausbildung folgte. Sie war Ärztin aus Leidenschaft, erweiterte ihr Wissen durch eine homöopathische Ausbildung und während ihrer 4. Schwangerschaft spielte sie mit dem Gedanken an eine eigene Praxis.
Dann passierte der Unfall und die Entscheidung fiel, ihr Leben grundlegend zu verändern. "Die Tatsache, dass ich überlebt habe, war für mich ein Zeichen für eine Veränderung" erzählt Lederbauer. Sie absolvierte Kurse an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. Das Talent zeigte sich schnell und es folgten erste Ausstellungen und Prämierungen. "Die Liebe zur Kunst steckte schon immer in mir, in dieser Zeit habe ich sie neu entdeckt." Derzeit arbeitet sie an einer Collagenserie.

Mag. G. Baumgartner ad Serie "SONNENFLUG"- ML 2014

Mag. Gabriele Baumgartner, Kunsthistorikerin und Kuratorin -  Februar 2014 - Rearte Gallery 
Die Serie SONNENFLUG von monika lederbauer  ML

Das Portrait Marie Curies, vergiftete Tauben und Bilder aus einer Werbung für Tirol sind nur einige der Motive, die Monika Lederbauer in ihrer seit 2011 entstehenden Werkserie Sonnenflug künstlerisch umsetzt. Wie in allen ihren seriellen Arbeiten subsumiert das gleiche Format und die selbe Vorgehensweise die Zugehörigkeit zu einer Werkgruppe. In diesem Fall bilden Gegenstände, Fotos oder Bilder ihr berührender Themen den Ausgangspunkt. Mit Fotos, Grafiken, Zeichnungen oder Wortfragmenten, die über- oder nebeneinander geklebt und gesetzt werden, bildet sich ein neues Ganzes, das als ein spontaner Ausdruck ihrer eigenen Person zu diesen Motiven angesehen werden kann. Die Künstlerin glaubt nicht an Zufälle, sondern will vielmehr in ihrem Vorgehen neue Blickpunkte und Kontexte herstellen. Zwei Zitate werden dabei zum Schlüssel ihres Handelns. Zum einen ein gekürzter Ausspruch von Novalis: ?Kommen die fremdesten Dinge durch einen Ort, eine Zeit, eine seltsame Ähnlichkeit zusammen, so entstehen wunderliche Einheiten und eigentümliche Verknüpfungen ?? und zum anderen eine Fragestellung von Elias Canetti: ?Man weiß nie, was daraus wird, wenn die Dinge verändert werden. Aber weiß man denn, was daraus wird, wenn sie nicht verändert werden??

In ihrem Oeuvre finden sich immer wieder Hommagen an Frauen, deren Leistungen oft erst von der Nachwelt die gebührende Würdigung erfahren. Das Blatt Sonnenflug 11 setzt sich mit Marie Curie auseinander, die als einzige Frau unter vier Wissenschaftlern die Ehre zu Teil wurde, für zwei verschiedene Kategorien den Nobelpreis erhalten zu haben. Damit erhielt Curie zwar bereits zu Lebzeiten Anerkennung, doch über ihre immense Leistung in der Forschung und deren Tragweite wurde man sich erst später wirklich bewusst. Neben dem aufgeklebten Foto der Wissenschaftlerin findet sich auch die Abbildung der ihr 1911 verliehenen Nobelpreisurkunde für Chemie. Das Symbol für Radioaktivität am linken unteren Blattrand bildet ein für den Betrachter ergänzendes, klärendes Zeichen.

Tagelang recherchierte die Künstlerin über das Leben Marie Curies und in dieser Zeit fegte ein Zyklon über China, wo ihre Tochter gerade auf Reisen war. Die Abbildung des Wirbelsturmes vom Himmel aus faszinierte die Künstlerin und sie fühlte sich an Marie Curies Leben, die gleich einem Zyklon durch die Gesellschaft fegte, erinnert. Neben der immer stärker werdenden Zeichnung durch die Strahlenkrankheit war Curie aufgrund ihrer Weiblichkeit in der Ausübung des Studiums und Berufs behindert und musste lange Zeit die Anfeindungen der Presse erdulden. Trotzdem erreichte sie bemerkenswerte Ergebnisse in der Forschung. Eine Verbindung zwischen der Darstellung des Zyklons und der Wissenschaftlerin bildet das in chinesischen Schriftzeichen eingefügte Wort Radioaktivität.
Als Anerkennung für eine große Frau klebte Lederbauer ein getrocknetes Veilchen auf das Blatt, denn es steht als liebevolles Synonym für feine Damen.

Ihren Sinn für Humor und das Aufzeigen verschiedener Blickwinkel spürt man in dem Blatt Sonnenflug 9. Neben gehäkelten und gezeichneten Tauben zeigen die beigefügten Worte, dass es sich hier um eine Anspielung an Picassos 1949 für den Weltfriedenskongress entworfenes Symbol handelt. Die rote Umrandung einer Taube und die Worte Tabu sowie die Abkürzungen GK und VERG verweisen auf das satirische und schwarzhumorige Lied Georg Kreislers: Tauben vergiften. Damit ruft Lederbauer nicht nur die Erinnerung an dieses Musikstück hervor, sondern stellt auch die Ambivalenz der Gesellschaft mit dem Thema Tauben her.

Die Werkserie Sonnenflug ist noch nicht abgeschlossen und wird sicherlich noch um das eine oder andere Blatt erweitert.

 

Wirkl.ICH.keiten - Mein Blick? Dein Blick

G. Baumgartner, Kunsthistorikerin, Kuratorin zur Ausstellung "Wirkl.ICH.keiten - Mein Blick? Dein Blick" ML im POOL7 (20.6.2013)   

Gewaltige kalbende Gletscher, zart skizzierte Bergspitzen, abstrakte Kompositionen über Gedankensplittern und Rauminstallationen: Monika Lederbauers thematische Bandbreite beeindruckt ebenso wie ihre vielfältigen Ausdrucksformen.
Nach einem Unfall 1997 wandte sich die Medizinerin ausschließlich der Kunst zu und bildete sich bei Kursen an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg, Workshops und beim Abendakt an der Universität für Angewandte Kunst technisch weiter. Besonders wichtig für ihr ästhetisches Empfinden waren sicherlich auch die beiden Studienreisen nach China in den Jahren 2006 und 2007. Immer wieder zeugen der Einsatz von Kalligrafien mit chinesischer Tusche, chinesischem Reispapier oder des eher selten gebräuchlichen Maulbeerbaumrindenpapiers von diesen Erfahrungen. Generell setzt sich die Künstlerin intensiv mit den Materialien und ihre Wirkung auseinander und wählt sie für ihre Arbeiten bewußt aus.
Ein Charakteristikum in Monika Lederbauers Oeuvre ist ein Arbeiten an mehreren gleichzeitig oder zeitversetzt entstehenden Serien. Innerhalb dieser Werkgruppen werden dann die stilistischen Möglichkeiten ausgereizt, sodass sich die Künstlerin fast immer zwischen Abstraktion und Gegenständlichem bewegt.
Breiten Raum nimmt die Sprache in Monika Lederbauers Arbeiten ein. Nicht nur Worte finden sich mancherorts in die Malerei eingeflochten, sondern auch durch Wechsel in der Groß- und Kleinschreibung innerhalb der einzelnen Begriffe schafft sie eine weitere gedankliche Ebene. Der Betrachter wird direkt angesprochen damit mehrere Positionen einzunehmen und zu überdenken.

Mee/hR und BLUE - Berge
Einer dieser Serien, wo der namensgebende Titel vielfach interpretiert werden kann aufgrund des beigefügten Hs, ist die Werkgruppe MEE/hR. Hierbei handelt es sich nicht nur um Darstellungen des Meeres, sondern alle Facetten des Elementes Wasser sollen inkludiert sein, sei es im geforenen Zustand als Gletscher oder Spiegelung, die alle Farben beinhaltet.
Ein wesentlicher Punkt bei Monika Lederbauer ist die Faszination der Natur, die sie gerne beobachtet und hinterfragt. Gerade dieser Punkt trifft auch in ihrer weiteren Serie: BLUE - Berge zu, wo man die Gipfel und Bergkuppen, oft auch jene ihres Salzburger Hausberges, in den verschiedensten Ausformungen auf Leinwand oder Papier gebahnt, wiederfindet. Das Meer und auch die Berge sind wie zwei Gegenpole auf der Erdoberfläche: Die einen ragen weit in den Himmel und das Wasser bis tief in das Erdinnere.
Beiden Serien gemeinsam ist der farbliche dominierende Kontrast zwischen Blau und Weiß, wobei die Farbensymbolik eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Generell wird Blau zwar als kalte Farbe erachtet, jedoch hat sie erwiesenermassen eine beruhigende und entspannende Wirkung. Sie ist auch ein Synonym für Weite, Klarheit und Sehnsucht. Weiß dagegen ist die Summe aller bunten Farben und wird mit Licht, aber auch mit Stille und Leere gleichgesetzt.
Monika Lederbauer malt aus der Emotion heraus ihre Wahrnehmungen und lässt dem Betrachter Raum für seine eigenen Empfindungen wenn sie in den Titeln hinweist: Stürmische Nacht, Geister, aber auch Roter Mond - Liebe .

Neumondarbeiten:
Der Mond spielt in Monika Lederbauers immer wieder eine wichtige Rolle. Sie widmet eine seit 2006 existierende Werkgruppe seinem Einfluss, die meist bei Kerzenschein in einer Neumondnacht entstehen. Zu Beginn der Serie waren es nicht immer nur diese besonderen Nächte, sowie auch das Format noch nicht homogen war. Nun aber hat sie ihren Kanon gefunden und fertigt sie annähernd auf dem Ausmass 31 x 35 cm auf chinesischem Reispapier in Aquarell und Gelstift, ausschließlich bei Neumond an.
Zunächst einsteht ein spontaner Text aus Gedankensplittern, der manchmal inspiriert von einer Gedichtzeile oder des Tagesgeschehens seinen Ausgang nimmt. Anschließend widmet sie sich dem Überarbeiten mit Farben und Stift, wobei von den Worten oft nur mehr einzelne Fetzen lesbar bleiben. Erst in jüngster Zeit findet sich in der Rahmung neben dem Bild auch noch eine lesbarere Version wieder.
Monika Lederbauers Themenwahl ist dabei sehr vielfältig. Waren es zu Beginn der Serie noch häufig Gedanken über den Weltfrieden, so finden sich nun auch sehr Zeitkritisches wie: Wegwerfgesellschaft oder Was macht den Unterschied?

"VEZA + SCHATTEN:frau/en"-Mein Blick? Dein Blick.. lüftet den Schleier!
Die Rolle der Frau in der Gesellschaft thematisiert Monika Lederbauer in ihrer raumgreifenden Installation: VEZA + SCHATTEN:frau/en, die anlässlich des 50. Todestages der 1897 in Wien geborenen und 1963 in London verstorbenen Veza Canetti entstanden ist. Vor ihrer Emigration aufgrund ihres jüdischen Glaubens war Veza Canetti in Wien bereits literarisch tätig, musste jedoch - wahrscheinlich aufgrund der unsicheren Zeiten - unter vier verschiedenen Pseudonymen publizieren. Im Exil konnte sie jedoch nicht mehr an ihre Erfolge anschließen, arbeitete schließlich als Übersetzerin und war für ihren Ehemann Elias Canetti lektorisch tätig.
Die 190cm hohe und 90cm breite Installation weist auf ihrer textilen Verkleidung an vorderster Front die mannshohe Silhouette Elias Canettis, mit geschriebenen Abwandlungen des Titels seines Romanzyklus Die Blendung, auf. Auf der linken Seite der Installation ist zu lesen: Vezas unter uns gestern heute morgen. Durch ausgeschnittene Löcher im Textil blickt man im Inneren auf Frauenportraits vergangener und gegenwärtiger Tage, die als experimentelle Druckgraphiken auf Papier die Rückwand bestücken. Es handelt sich dabei um sogenannte Schattenfrauen, die oft trotz eigener beachtlicher Leistung, von der Gesellschaft meist nur als Ehefrau des noch bekannteren Mannes wahrgenommen werden. Neben Portraits Veza Canettis finden sich auch welche von Marie Curie, Michelle Obama oder Hillary Clinton.
Mit ihren direkt den Betrachter ansprechenden und auffordernden Aufruf ? lüftet den Schleier soll diesen Frauen nicht nur ein Denkmal gesetzt werden, sondern vielmehr anregen, die Stellung innerhalb der Gesellschaft zu hinterfragen und womöglich auch Änderungen zu bewirken.
Die Rolle des Betrachters ist ein wesentlicher Aspekt in Monika Lederbauers Arbeiten. Nicht blosses Abbilden oder die Wiedergabe einer Empfindung sollen rühren, sondern mit dem Einsatz der Schrift in ihrem Werk, sei es als Bildtitel oder Bildelement, soll der Betrachter zum Standpunktwechsel animiert werden oder bei ihm sogar zu einem Umdenkprozess führen.

Gabriele Baumgartner, Juni 2013

Mag. Christine Cezanne-Thauss ad Serie SCHATTEN:spiel ML 2013

Heute - 1. Oct. 13 - sehen Sie in der Galerie KoKo, Wien die Ausstellung "SCHATTENSPIEL" von ML // Eröffnung Mag. Chr. Cezanne-Thauss, Kunsthistorikerin

Die Setzung von Schatten in der Malerei-  ganz allgemein betrachtet - macht Figuratives interessant und  bewirkt, dass Gegenständliches räumlich erscheint, dreidimensional. Die Künstlerin ML hebt den Schatten aus seinem Schattendasein als Beiwerk eines Gemäldes heraus, indem sie ihn zum eigentlichen Thema, zum Gegenstand ihrer Betrachtungen macht.

Vor nicht allzu langer Zeit beschäftigten  ML Schatten in Form von nicht gesehen, nicht wahrgenommen werden. "Die im Schatten sieht man nicht". Zu dieser Thematik schuf sie die Inatallation VEZA+SCHATTEN:frau/en - in der es um die Frau  des Schriftstellers Elias Canettis ging.
 
Diesmal hat ML Schatten und Licht ohne symbolischen Hintergrund/-gedanken  gesucht. Die Künstlerin widmet sich in dieser Ausstellung dem Schatten im wörtlichen Sinn. Es geht - wie sie bereits in ihrem Konzept anmerkt - darum, Organisches belebt durch Licht und Schatten im Jahreskreis festzuhalten  und einzufangen - was schwierig genug ist,  denn die entstandenen Formen verändern sich ständig und rasch. Der Schatten wandert und zwar schneller, als Tusche über die Leinwand.

Die hier in der Galerie KoKo gezeigten Arbeiten entstanden alle im Atelier. Begonnen wurde diese Serie voriges Jahr, als ML ein Stipendium bekam, um in einem Atelier im 10. Bezirk zu arbeiten ("Ankerbrot-Fabrik"), fortgesetzt wurde diese Werkserie in 2 Räumen ihrer Ateliers in NÖ. Die Arbeiten auf LW und die auf Papier entstanden in unterschiedlichen Atelierräumen. Bei den großen Werken, ging ML mit der LW dem Schatten nach, wanderte selbst mit den Bildern.
Die auf LW geworfenen blauen Schatten dieser Bilder haben etwas Figurales, stellen zum Teil Zwitter-, aber auch weibliche Wesen dar. Bei den kleineren, mit schwarzer Tusche oder Sepiatusche entstandenen Werken warf der Christusdorn vor dem Fenster des Atelierraumes Schatten aufs Papier. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Arbeiten einen floral - naturbezogenen Touch aufweisen.
Besonders spannend und auflockernd ist es, dass sich unter den fast gleichen Formaten ein Hochformat und bei den kleinen Bildern ein Diptichon eingeschlichen hat. Die Monotomie wird durch diese "Hingucker", durch diese "Ausreißer" durchbrochen. Man nimmt dadurch jedes Bild bewusster wahr.

Der Titel "SCHATTEN:spiel" ist unglaublich treffend gewählt.
Schatten und Licht - Licht und Schatten, das eine ohne das andere nicht vorstellbar. ML ist fasziniert von diesem Wechselspiel der Natur. Sie versucht, diesen tanzenden Schatten, das Spiel von Licht und Dunkel spielerisch einzufangen. Die Künstlerin versucht dieses Spiel in ihrer Pinselführung fortzusetzen. So entsteht - in den großen Bildern - eine krakelige Schriftführung.
Manchmal gestattet sie auch dem Zufall ins Malgeschehen einzugreifen und bei der Bildgestaltung mitzuwirken. Bei manchen Bildern, wenn ML z.B. etwas Figürliches im entstandenen Schatten zu erkennen glaubt, arbeitet sie Linien heraus, akzentuiert und betont sie, um eine neue Figur entstehen zu lassen. Wo es ihr passend erscheint, greift die Künstlerin ML in das Bildgeschehen ein, sie gestaltet, sie formt. ML nimmt sich die Freiheit heraus, etwas auszuarbeiten.
Die heute hier gezeigten Bilder bestechen durch große Luftigkeit. Bei ML ist der Schatten durchflutet. Die Künstlerin spart aus, lässt viel Weiß, besonders bei den großformatigen Bildern, stehen. Mit ihrem Farb- und Formenspiel erschafft die Malerin ML flirrende Bilder mit feingliedrigen Figuren und floralen Formen. Mit großer Leichtigkeit werden die Motive auf die LW, auf Papier gebannt / geworfen / gemalt. Zarte Gebilde entstehen. So wie sich der Schatten ständig verändert, zeugen auch MLs Bilder von großer Beweglichkeit. Die Dynamik ihrer Arbeiten entsteht durch ihren Pinselstrich ebenso, wie aus dem Schwung heraus, mit der ML die Farbe fließen lässt. Ihre Arbeiten faszinieren / nehmen gefangen / fangen ein.

Als die Berge das MEE/hR Portrait:ierten ...!

Mag. Dr. Ursula Fischer, Galerie am Lieglweg, Neulengbach, zu ML-Werke - zur Eröffnung der Ausstellung ML`s "Als die Berge das MEE/hR Portrait:ierten ...!" in der Galerie ega, Wien am 12. Mai 2011

Wenn man sich mit dem Werk Monika Lederbauers beschäftigt erstaunt ihre Vielseitigkeit, ihre Konsequenz jedes Thema, seien es nun Akte, chinesische Tuschmalerein, Landschaften oder die in dieser Ausstellung gezeigten Porträts und die Blue Berge bis in den letzten Winkel der malerischen Möglichkeiten auszuloten.Eine Konsequenz, die uns erahnen lässt, dass hier auch eine Naturwissenschafterin versucht, das Verborgene, das Unaussprechliche, ja das Mysthische an die Oberfläche zu holen, ihm einen Ausdruck zu geben. Nicht mit den Mitteln der Naturwissenschaft, sondern mit den Mitteln der Kunst. Vergangene Zeiten früherer Jahrhunderte , in denen Kunst und Wissenschaft noch nicht so diametral auseinander drifteten wie in der Gegenwart, in denen sich Kunst und Wissenschaft ihrer gemeinsamen Wurzeln noch sehr wohl bewusst waren,  scheinen sich in Erinnerung zu rufen. Monika Lederbauer ist  eine Suchende. Wonach sie letztendlich sucht, wissen wir nicht, aber wir ahnen es, und bei der Begleitung dieser Suche finden wir auch vieles in uns durch den Klang, den ihre Bilder in uns auslösen.Blau ist die Hauptfarbe ihrer Meer- und Bergbilder. Ein Blau, das auf den ersten Blick die Kühle von tiefen Ozeanen, hohen Bergen, vielleicht sogar von Gletschern wiederspiegelt, das aber bei näherer Betrachtung auch sehr viel Sehnsucht in uns aufkommen läßt. Es ist dies eine verborgene, vielleicht auch feindliche Welt, die aber trotzdem etwas sehr Verlockendes hat.Meer und Berg, nur scheinbar ein Gegensatz. In Wirklichkeit seit Urzeiten miteinander verbunden. Viele Berge entstanden aus den urzeitlichen Meeren, bestehen gleichsam aus Ablagerungen dieser Meere. Viele Berge brachen und brechen in Meere ab und letztendlich sind die Meerestiefen nur umgekehrte Berglandschaften. Auch hier gibt es Parallelen zu früheren Welten. Schienen vor einigen Jahrhunderten die Meere und die Berge für die Bewohner des Festlandes und der  Täler noch eine fremde unwirtliche Welt, in denen Sagengestalten hausten, die man bei Monika Lederbauers Bildern manchmal im Hintergrund zu erhaschen meint, so gab der Mensch des 15. Jahrhunderts seiner Neugierde nach und eroberte nach und nach die Weltmeere und  im 19. Jahrhundert schließlich auch  die Berge. In Monika Lederbauers Bilder scheinen wir ein bisschen jene unbeugsamen und manchmal unverständlichen Seeleute und Bergsteiger zu verstehen, die wider alle Erfahrung und gängige Meinung die Meere und die Berge erobern wollten und wollen. Auch sie waren Suchende und das spiegelt sich in den Bildern. Die Meere und  Berge in Monika Lederbauers Bilder strahlen eine gewisse Verlockung und auch eine unbegreifliche und wahrscheinlich unstillbare Sehnsucht aus, die sie für uns  so berührend macht. Die Porträts scheinen vorerst aus einer anderen Welt zu kommen, aber eben nur vorerst. Auch in diesen Gesichtern spiegelt sich ein Geheimnis, etwas dem man auf den Grund gehen möchte,  das man unbedingt ergründen will. Dem Betrachter der Meer- und Bergbilder und der Porträts wird klar, dass wir ganz tief drinnen noch immer der Natur verbunden sind, und dies trotz unserer scheinbaren Entfernung durch die Urbanisierung und Technologisierung unseres Lebens. Natur und Mensch schließen einander nicht aus, sie ergänzen sich. Wir sind alle verschiedene Ausdrucksformen ein und desselben Weltgeistes. Dieses Gemeinsame, dieser eine Kern unserer aller Dasein ist es , was Monika Lederbauers Bilder in uns aufrührt und was die unterschiedlichen Ausdrucksformen ihres beachtlichen künstlerischen Könnens vereint.

 

Dieter SCHRAGE "Schwierig war der Weg - und dann doch einfach"

Dr. Dieter SCHRAGE, Kulturwissenschafter - Anmerkungen zu Arbeiten von Monika Lederbauer

Nach einer langen, teilweise noch bis heute anhaltenden Phase der künstlerischen Orientierung scheint Monika Lederbauer in einigen Serien aus 2006/07 einen tragfähigen malerischen Ansatz gefunden zu haben.
Zunächst , etwa ab Beginn unseres Jahrzehnts, legte es die Malerin sehr breit an, machte Kopien alter Meister, kubistische Studien und malte zwischen Sonnenblumen in der Vase; Landschaften; Porträts und lyrischen Abstraktionen fast alles, was ihr unter den Pinsel kam.
In den Serien "Blue-Berge", "MEhR" und "Blue" - Monika Lederbauer bevorzugt die serielle Arbeit - sollte sie einen Weg der aus meiner Sicht notwendigen künstlerischen Konzentration gefunden haben. Eine gewisse Vielfalt bleibt auch in Serien bestehen, doch auf einer nachvollziehbaren Basis. Und diese Vielfalt finden wir in einem gewissen Maße auch innerhalb der einzelnen Serien, Da ist z. B. die überwiegend aus einem eisigen Blau und Weiß bestehende Serie "Blue" und in dieser blauen Serie gibt es auch rote Bilder: die "Aufflammende Erinnerung" in einem dramatischen fleckigen Rot oder "SEeh Feuer" als Flammenschild.
Ansonsten weiße Bergmassive und kaltes Blau manchmal ins Abstrakte gehend. Zerklüftetes Licht. Felsentrümmer im ewigen Eis. Tiefe Schluchten,  blaue Höhlen und niederstürzende Wassermassen. Eitempera, Öl, Acryl auf Leinwand  Da ist ein Diptychon "MEehR Blue (Grotte)" und ein Triptychon mit intensiven blauen Bergen. "Gelegentlich  habe ich bestimmte Berge vor mir/ besonders in Salzburg unseren Hausberg, das Gamsfeld, der jedes Mal aufs Neue gemalt wird" (M. L.)

Chaos und Form

Ein Bild zeigt einen weiten Bergsee mit zwei kräftigen Tannen im Vordergrund und bei einem anderen Bild aus der Serie "Blue Berge"  mit dem Titel "Am Ende der Nacht" finden wir Streifen von Gelb und hellem Braun, Licht, Wärme, Hoffnung am Ende der Nacht, unten links auf dem Bild ein kleines Haus, eine der wenigen Spuren der menschlichen Zivilisation in einer sonst gewaltigen (gewalttätigen) Natur in Monika Lederbauers Malerei.
Ein weiteres Bild trägt den Titel "Schwierig war der Weg - und dann doch  einfach"  (siehe Überschrift). Locker, manchmal geradezu impressionistisch die Serie "MEehR". Fleckiges blaues Wasser. Wasserflecken. Blaues Licht. Wirbel, Farbspritzer, Lichtspritzer. Blauer Gischt.
Zusammengehalten wird die Chaotik der Natur - Monika Lederbauer sieht, empfindet die Natur ungleich harmonischer als ich - durch die Form. Ob die Kunst schaut, empfindet, meditiert oder anklagt, entscheidend für die Kunst, für ihre Botschaft, ist die bewältigte Form. Oder die Kunst ist nicht!   Dieter Schrage (7/07)

Dr. Michaela Hajnoczi

"Ich fühle mit den Augen und höre mit der Seele, denke mit dem Herzen! Mit dem Pinsel versuche ich, das wiederzugeben, zu anderen zu sprechen zu erzählen" ML
Der Betrachter der - in letzter Zeit zunehmend großformatigen - Gemälde von Monika Lederbauer begibt  sich in einen Grenzbereich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion,  in dem subjektives Gefühl und nicht konzeptionistische  Prinzipien ihn leiten.
Der Zugang zum Dargestellten erfolgt über eine emotionale und unmittelbare Grundhaltung, wie sie auch bei den Impressionisten und unter den Zeitgenossen bei ihrem Wahlverwandten Herbert Brandl zu finden ist, und die den Betrachter in ihren Bann zieht.
Lederbauer, Kind der Fünfzigerjahre, im "ersten Leben" engagierte Medizinerin bis zum einschneidenden Erleben der eigenen Grenzen durch einen Unfall und  Neuorientierung im Jahr 1997, ist "Spätberufene". Ein in der Kindheit deutlich erkennbares Talent lag jahrelang verschüttet. Zunächst noch autodidaktisch, dann - der drängenden Zeit bewusst - in zahlreichen, intensiven Lehrgängen, Workshops,  Akademien bei Lehrern wie Fassel, Svoboda, Kaiser, Müller, den Zhou - Brothers etc., arbeitet sie sich in kurzer Zeit zu beachtlicher künstlerischer Reife und Eigenständigkeit heran.
Bald ist sie sich jener Prinzipien bewusst, die ihre Kunst zunächst im Ansatz und schließlich ganz bestimmen: Tiefe, Licht, Energie; die Natur in zentraler Rolle, die Stimmung stets lyrisch, expressiv; großzügig in der malerischen Technik. Konsequenterweise finden sich in Lederbauers farb- und ausdrucksstarken Bildern immer wieder Wasser (Serie Mee/hr), Berge (Serie Blue), sowie die Stimmungen der Nacht (Sternenhimmel - Tagebuch).
"Zauber und Energie der Farben lassen mich nicht mehr los", schreibt die Künstlerin, "in der Spiegelung durch das bewegte Urelement erhalten die Farben eine enorme Leuchtkraft und starke Sättigung". Immer wieder fühlt sie sich bewogen, über die unterschiedlichen Zustände des Wassers mit dem Pinsel zu meditieren: Schnee und Gletscher, der Ozean und die atmosphärische Verdünnung im Dunst und sich brechenden Licht. Eine Farbsymbolik durchzieht Lederbauers Werk, dessen Palette häufig auf die Farben blau und weiß reduziert erscheint: Blau als Farbe der Unendlichkeit, Sehnsucht und Weisheit, Weiß als Summe aller unbunten Farben und Farbe des Lichts.
In Zusammenhang mit der Betrachtung des Wassers formuliert die Künstlerin, was sie im Schaffensprozess immer wieder nachvollzieht:  "Es ergibt sich auch in nahezu jedem Moment eine zum Teil völlig neue Bildkomposition". Dieses Unfertige, im Entstehen und Vergehen Begriffene entwickelt sich zu einem Motor im Schaffen Lederbauers. Jede weiße Leinwand wird so zur Herausforderung, nicht einen konkreten landschaftlichen Ausschnitt, sondern Assoziationen, subjektive Gefühle und Stimmungen darzustellen, die sich unmittelbar dem Beschauer mitteilen, der damit gewissermaßen in das Bild "hineingeht".
Auch Lederbauers Aktzeichnungen und - malereien entsprechen, was die Haltung zur realistischen Abbildung betrifft, diesen Prinzipien. Hier wird der menschliche Körper und sein plastisches Volumen nicht illusionistisch herausgearbeitet, sondern die Linie ist es, die eine übergeordnete Bedeutung erhält.  Das Konzept ist trotzdem ein völlig anderes als bei der Öl- und Acrylmalerei: hier gibt nicht die Seele, das Sentiment, den Ton an, sondern die Form. Die Linie bekommt eine eigene Dynamik, Grenzen zwischen gleichzeitig dargestellten Gestalten verschwimmen, lösen sich auf.
Aktmalen bedeutet für Lederbauer in erster Linie Erfassung der Form, Disziplinierung, bewusstes Zusammenkomponieren von Körpern, Darstellung von Bewegung. In den rapide wechselnden Stellungen der Modelle wird eine vierte Dimension, die der Zeit, kraftvoll herausgearbeitet. Ähnlich übereinanderkopierten Fotografien werden Körper simultan von unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt und der Betrachter mitten in das Geschehen versetzt. Der präzise Tuschestrich unterstreicht im Verein mit Lavierungen das Verlieren und Wiederfinden der Linie, um die sich hier alles im wahrsten Sinn des Wortes dreht.

"eROTik" und "Unterwegs" im Bezirksmuseum Wieden

...neue Malereien und Grafiken (Akt-Studien) im Zeichen der Sinnlichkeit... Bilder-Schau mit dem Titel "eROTik"in der Galerie im Tröpferlbad..
... im Festsaal des Museums bis Sonntag, 4. Mai, eine Kollektion edler Arbeiten gezeigt. Impressionen aus Nah und Fern bestimmen diese Werke."ZUgeFALLenes", "MEE/hR" und sonstige Relevanzen hat die Malerin in  den attraktiven Bildern verarbeitet....  Oskar Enzfelder PID-Rathauskorrespondenz)  APA -Meldung 16-04-2008   (WW.OTS.AT)

...Ulrich Goette-Himmelblau: (Vernissage Palm Art Award 2007, LEIPZIG):

.....So bewegt sich die österreichische Malerin Monika Lederbauer in ihrem hier gezeigten Triptychon an der Grenzlinie zwischen abstrakter Darstellungsweise und gegenständlicher Anschauung. Die Künstlerin, 2005 mit dem Zauberberg-Preis f. Kunst ausgezeichnet, scheint in alchimistischer Art und Weise die Elemente anhand malerischer Ingredienzien neu zu erschaffen.

Mathias Beck (Galerie mbeck - Homburg / Saar 8/2007): "Kunst als Fragment einer höheren Realität"

"Die Entfernung vom Anderen und die Nähe zum Anderen. Künstlerische Strategien, vom Ich zum Du und vom Ich zum Ich gelangen"
....Die Kunst als großes Abenteuer, die Malerei als Zugang zur Unendlichkeit lautet dagegen das Credo Monika Lederbauers, die ihre Werke unter dem Titel "Herzdenken" nun erstmals in Deutschland präsentiert. Dabei umschreibt jenes "Herzdenken" zum einen ihr schöpferisches Anliegen, spielt zum anderen aber auch auf den persönlichen Werdegang der Wiener Künstlerin an: So war Monika Lederbauer bis vor zehn Jahren als Medizinerin tätig, bis sie sich nach einem Unfall mit aller Leidenschaft der Kunst zuwandte. "Zauber und Energie der Farben lassen mich nicht mehr los", beschreibt sie den ihren Arbeiten innewohnenden Impetus und fügt hinzu, dass Malen für sie Leben ist: "Ich fühle mit den Augen und höre mit der Seele, denke mit dem Herzen!", sagt sie selbst und versucht, dies mit dem Pinsel wiederzugeben, zu anderen zu sprechen, zu erzählen. Monika Lederbauer adressiert in überaus persönlicher Art und Weise Briefe, und macht sie aber gleichzeitig als Schriftbilder zu Kunstwerken, die alle ansprechen. Als "Briefe auf Papier" bezeichnet sie ihre auf chines. Reispapier gearbeiteten Schriftbilder, die faszinierenden Gratwanderungen zwischen dem Erfassen von Stimmungsmotiven und dem Wissen um die Unermesslichkeit der Kunst ähneln.
Ergo: Ihre künstlerische Strategie, um vom Ich zum Du, und vom Ich zum Ich zu gelangen, besteht darin, innerhalb des gleichen Objekts sowohl subjektivierende als auch objektivierende Bestandteile gleichwertig einzufügen. Wir sind angesprochen und abgestoßen, sie öffnet und verliert sich, wie sie sich schließt und verweigert. Grund darüber nachzudenken, wie sich das zwischen uns Menschen verhält.
Die Auffassung unserer Pressemitteilung: Das Vereinzeln von Bestandteilen des göttlich angelegten Ganzen führt gleichermaßen dazu, dass es erkennbar oder erkennbarer wird, führt aber auch in die Paradoxien der sinnlichen Wahrnehmung von Welt. 

Urkunde 1. Preis - Zauberberg- Sommer 2005

Überreicht am 24.9.05 anlässlich der Festveranstaltung im Hotel Panhans Semmering.
Die Jury kommentiert: Ein sonnendurchstrahltes Bildmotiv, das auf den Betrachter stimmungsvoll und beruhigend wirkt; die Farbgebung ausgewogen; der Bildaufbau hervorragend!
Es handelt sich dabei um das Bild "In der AU ( A )" 2004, ÖL / LW KR  (WERKE 2003/2004 - Natur)

Erschienen in der Rathauskorrespondenz aktuell im April 2004

Von O. Enzfelder: ...Monika Lederbauer zeigt vorallem Ölmalereien und Aquarellgemälde. Im Zentrum der Arbeiten stehen meist Meeresmotive und Aktstudien. Nicht weniger reizvoll ist eine stimmungsvolle Darstellung der "Alten Heumühle" im 4. Bezirk... Neben ihren Akten und Meeresimpressionen beschäftigt sich die Malerin immer wieder mit dem Liebreiz von Natur und Landschaft. Lederbauer sieht in ihren Arbeiten stets das Schöne und will dem Beschauer der Bilder Freude bereiten. Bewusst verzichtet die Künstlerin auf kritische Untertöne, in den malerischen Betrachtungen bleibt kein Platz für Negatives. Allein der Schönheit der Natur gilt das Augenmerk der Malerin, empfindsam hält sie das feine Spiel des Lichtes auf Gewächsen und auf dem Wasser fest...